Zur Startseite

Ratgeber

Immer wieder kommen wir in unserem Leben in Situationen, wo besonders herausfordernd und/ oder belastend sein können. Sie als Eltern sind in solchen Situationen besonders belastet und gefordert. „Wie kann ich in herausfordernden Situationen gelassen und emotional stark bleiben?“.

Gerne möchten wir Ihnen auf der Homepage der Schule Nottwil, ein paar Gedanken und Ideen zukommen lassen, welche wir als hilfreich und unterstützend für das Familiensystem finden.

Familienalltag - Teil 1

Wenn der Geduldsfaden zu reissen droht

Tipps für die Alltagsgestaltung:

  • Geben Sie Ihrem Kind Halt, Sicherheit und Orientierung, indem Sie fixe Zeiten für den Tagesablauf erstellen: Aufstehen, Mahlzeiten, lernen, Aktivität, Bewegung. Besprechen Sie diese Abläufe gemeinsam mit Ihrem Kind.
  • Vereinbaren Sie realistische Ziele. Nehmen Sie die Ideen aller Familienmitglieder auf.
  • Lassen Sie „Langeweile“. Sie sind nicht zuständig für eine Dauerbespassung des Kindes.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind Aktivität im Freien.
  • Achten Sie auf beziehungsstärkende Rituale und Spiele im Alltag: Begrüssungsritual am Morgen, Kuscheln, Spiele, gespielte Zweikämpfe, usw.
  • Beziehen Sie Ihr Kind in Haushaltsaufgaben mit ein. Solche Aufgaben unterstützen ein Wir-Gefühl in der Familie.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über eigene Gefühle und Empfindungen.
  • Machen Sie mehr von dem, was guttut. Vergessen Sie Ihren Humor nicht. Drücken Sie ab und zu ein Auge zu.

Familienalltag - Teil 2

Wenn der Geduldsfaden zu reissen droht

Selbstberuhigung – Selbststabilisierung 

Auch Erwachsene werden von Gefühlen überrollt und der Geduldsfaden droht zu reissen. Durch ihre eigene Ruhe vermitteln Sie Ihrem Kind Zuversicht und Sicherheit. Die untenstehenden Tipps wirken positiv auf ihre Selbstregulation - Selbststabilisation: 

  • Sprechen Sie über Ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse.
  • Suchen Sie Lösungen, welche für Sie persönlich stimmen.
  • Zählen Sie langsam auf zehn.
  • Atmen Sie 5 Sekunden ein, danach wie durch ein Röhrli 5 Sekunden wieder aus. (Gehirn braucht Sauerstoff) 
  • Trinken, essen, Kaugummi kauen; Schluck- und Kaubewegungen wirken entspannend auf unser Gehirn.
  • Wechseln Sie sich in der Betreuung Ihrer Kinder (wenn möglich) immer wieder ab.
  • Laden Sie in Ihrer freien Zeit ihre geistigen und emotionalen Batterien auf. Machen Sie was Ihnen gut tut.
  • Zur Stärkung des Immunsystems ist es wichtig, sich für kurze Zeit im Freien zu bewegen.
  • Etwas machen (haushalten, werken, schreiben usw.) signalisiert dem Gehirn Handlungsfähigkeit.
  • Weitere Ideen auf der App body2brain (Körperübungen) und www.elternbildung.lu.ch

Familienalltag - Teil 3

Wenn der Geduldsfaden zu reissen droht

Verhalten und Kommunikation in angespannten Situationen

Konflikte sind ein natürliches und normales Ergebnis in allen zwischenmenschlichen Beziehungen.

Springteufel

Mit dem Bild des «Springteufels» können wir Emotionen gut erklären. In der Kiste sind die Primäremotionen, welche nicht sichtbar sind und tendenziell eine lähmende Wirkung haben. Als Sprungfeder zeigen sich die Sekundäremotionen (Wut/ Ärger/ Zorn), welche Energie für Veränderung bringen. In herausfordernden Situationen sehen wir oft nur die herausfordernden Verhaltensweisen. Wenn wir konstruktiv Einfluss auf das Verhalten nehmen wollen, ist es wichtig, auf die Primäremotion und die daraus ergebenden Bedürfnisse einzugehen. Was für eine Not steht hinter der Aggression?

Was heisst das konkret? Mögliche Ideen für das Deeskalieren einer angespannten Situation:

  • Der Mensch kann bei hoher Anspannung nicht klar denken! Auch die Wahrnehmung der «beobachtenden» Personen einer solchen Situation ist stark eingeschränkt! 
  • Bewusstsein schaffen: Jeder Mensch trägt einen «Springteufel» in sich. Eigener «Springteufel» zuerst regulieren. (Selbstberuhigung) 
  • Kontaktaufnahme zum Kind herstellen: «Stopp», «Name» 
  • Eingehen auf die Gefühle, z.B.: «…das macht dich so richtig wütend…» 
  • Anspannung aushalten und damit signalisieren, dass wir in Beziehung bleiben. «du darfst wütend sein, ich bin für dich da und gebe dir Halt»
  • Wenn das Kind vor mir zurückweicht, mache ich auch einen Schritt zurück. Damit verhindere ich, dass das Kind seine Aggression auf mich richtet. 
  • Zeit lassen, Druck wegnehmen, Anforderungen reduzieren. 
  • Klar bleiben (was ist möglich, was nicht). 
  • Kurze, klare Sätze, wenig Worte verwenden. 
  • Sagen, was das Kind machen soll. 
  • Erholung/ Rückzug ermöglichen. 
  • Trauer/ Schuldgefühle gemeinsam aushalten. 
  • Fragen und Erklärungen erst zu einem späteren, entspannten Zeitpunkt aufgreifen. (Emotion vor Kognition)


Wenn Geschwister streiten

Konflikte sind ein Teil der menschlichen Kommunikation und Interaktion. Sie entstehen überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen und sind ein wichtiger Teil des sozialen Miteinanders. Bei Kindern passieren sie oft blitzschnell und der Grund des Konfliktes ist auf den ersten Blick nicht sicht- und erklärbar. Daher ist es für Eltern sehr schwierig, die Situation richtig einzuschätzen: Sollte man eingreifen oder den Konflikt selber von den Kindern austragen lassen?

Die Aussage, dass es ganz normal sei, dass Geschwister stets streiten würden und die Eltern sich da nicht einmischen sollten, ist nach wie vor weit verbreitet. Hinter jedem Konflikt steht jedoch ein unerfülltes Bedürfnis, welches zu klären und wenn möglich zu lösen ist. Eltern können den Kindern helfen, Problemlöseverhalten zu lernen und die Konfliktfähigkeit ihrer Kinder zu fördern.

Ein paar Möglichkeiten Ihre Kinder dabei zu unterstützen:

  • Üben Sie Gelassenheit im Umgang mit Streitereien Ihrer Kinder. (siehe Dokument Selbstregulation)
  • Nehmen Sie den Streit ernst.
  • Wenn Sie von den Kindern zu Hilfe gebeten werden, erkundigen Sie sich vorerst, was die Kinder von Ihnen wollen.
  • Hören Sie jedem Kind zu.
  • Unterstützen Sie Ihre Kinder darin, dass sie ihre Bedürfnisse äussern können.
  • Begleiten Sie das Gespräch in Form von Strukturierung. (Ausreden lassen, faire Wortwahl)
  • Unterstützen Sie Ihre Kinder im Formulieren Ihrer Gefühle in der entsprechenden Konfliktsituation.
  • Unterstützen Sie Ihre Kinder dabei, selber Ideen zur Lösungsfindung zu entwickeln.
  • Loben Sie Ihre Kinder, wenn das Gespräch positiv verlaufen ist.

Viel Erfolg 😊

Konflikttreppe

In der Präventionsarbeit der Schulsozialarbeit Nottwil ist es uns ein Anliegen, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung des Selbst zu fördern. Sie sollen befähigt werden, Selbstverantwortung zu übernehmen und zu lernen, eigene Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und anzusprechen.

Mit Hilfe der Konflikttreppe lernen die Kinder und Jugendlichen Konflikte auf eine gute Art zu lösen. Voraussetzung ist, dass die Konfliktparteien den Konflikt wirklich lösen wollen. Die erwachsene Person unterstützt die Kinder nach dem Motto: „Hilf mir, es selber zu tun“. Auch ist es möglich, dass die Kinder mit der Zeit die Treppe alleine durchführen können.

Zum Beispiel kann die Konflikttreppe auf ein Blatt aufgezeichnet werden. Beide Parteien suchen sich einen Gegenstand (Spielfigur, Schleichtier…) und platzieren diesen auf der untersten Treppenstufe.

Während des Prozesses, stehen die beiden Figuren der beteiligten Konfliktparteien auf den jeweiligen Treppen und gelangen Schritt für Schritt hinauf. Bei der Sonne ist der Konflikt gelöst und kann beiseitegelegt werden.

Die Konflikttreppe

Stufen 1 + 2 (Mund und Ohr):
Hier geht es um die Frage: „Was ist passiert?“ oder „was ist unser Problem miteinander?“ Die Kinder schildern abwechslungsweise das Geschehene/das Problem aus ihrer Sicht und hören dem Anderen zu.

Stufen 3 + 4 (Fragezeichen und Herz):
Hier geht es um die Frage: „Was würdest du dir wünschen?“ (Je nach Situation kann auch eine andere Frage gestellt werden, z.B. „Wie fühlst du dich jetzt?“ oder „Was macht dich traurig?“). Wichtig ist, dass das Kind seine Wünsche und Gefühle ausdrücken kann.

Stufe 5 (Symbol Sonne/Wolke):
Hier geht es um die Fragen: „Was für eine Lösung gibt es für mich“? „Wie können wir das Problem lösen“? Die Kinder sollen möglichst aus eigener Kraft eine Lösung oder einen Kompromiss finden. 

Gemeinsam tragen die beiden Parteien Ihre Lösungsansätze zusammen, bzw. stimmen einem Vorschlag des anderen zu.

Stufe 6 (Sonne):
Zum Zeichen, dass der Konflikt beiseitegelegt werden kann und eine Lösung gefunden wurde, steigen die beiden Parteien mit der Spielfigur auf die Sonne.

Viel Erfolg 😊

Kontakt

Schule Nottwil
Oberdorfstrasse 9
6207 Nottwil

Telefon: 041 939 31 55
Kontaktieren Sie uns per E-Mail

Bürozeiten

Montag bis Freitag
07.30-11.45 Uhr / 13.15-17.00 Uhr

 

Hinweis zur Verwendung von Cookies. Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unseren Datenschutzinformationen.